Die Vorgaben fürs Handgepäck werden von Jahr zu Jahr strenger. Bald darf man wohl nicht einmal mehr das Portemonnaie mit an Bord nehmen, ohne dafür extra zu zahlen! Was passiert dann mit unseren treuen Reisebegleitern, den Koffern? Nun, sie werden sich anpassen müssen, so wie sie es schon immer getan haben. Hier ist ein kurzer Überblick über die Geschichte des Koffers und wie er zu dem wurde, was wir heute kennen.
Ihre Flug verlief nicht wie geplant? Bei Flugverspätung, Annullierung und Überbuchung kann Passagieren eine Entschädigung zustehen.
1. Truhen
Bevor es Koffer gab, reiste man mit Truhen. Sie waren groß, schwer und robust. Damals – wir sprechen vom 18. Jahrhundert – mussten sie wie transportable Schatzkisten gebaut sein. Truhen bestanden aus Holz und Leder, oft mit einem Metallboden verstärkt, damit sie die Reise in den schwankenden Laderäumen der Schiffe überstanden. Außerdem wurden sie mit Segeltuch oder Jutesackmaterial abgedichtet, da die Schiffe damals kaum als wasserdicht galten.
Das Gewicht und die Unhandlichkeit störten Reisende jener Zeit kaum, schließlich handelte es sich meist um wohlhabende Herrschaften, die sich leisten konnten, mehrere Träger für ihr Gepäck zu bezahlen. Doch gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Reisen allmählich auch für Menschen zugänglich, die nicht zum Geldadel gehörten.
2. Suit-Cases
Während sich Truhen im Laufe der Zeit zu immer kompakteren Formen entwickelten – die erste Erfindung von Louis Vuitton war übrigens eine flache Truhe, die gestapelt werden konnte (frühere Modelle hatten gewölbte Deckel, damit sich kein Wasser sammelte) – kamen Koffer im eigentlichen Sinne erst im 20. Jahrhundert so richtig in Mode. Der Ausbau des Bahnverkehrs, mehr Menschen auf Reisen, die sich keine Träger leisten konnten, und der generelle Aufschwung des Tourismus spielten dabei eine große Rolle.
Diese frühen Koffer waren allerdings immer noch regelrechte Ungetüme, die heutigen Rollkoffern mühelos den Garaus machen könnten. Sie wurden als „Dress Suitcases“, „Suit-Cases“ oder einfach „Suitcases“ bezeichnet und erinnerten optisch stark an gebundene Bücher – allerdings mit einem Griff an der Längsseite. Die Rahmen bestanden aus Holz und Stahl, bezogen wurden sie mit Leder, Korbgeflecht oder gummiertem Stoff. Die Ecken waren mit Messing- oder Lederkappen geschützt bzw. verziert. Und da Dampfschiffreisen weiterhin verbreitet waren, wurden diese Koffer häufig auch als wasserdicht beworben.
3. Koffer
Das Reisen entwickelte sich im 20. Jahrhundert in atemberaubendem Tempo. Nicht nur, weil Zugreisen immer alltäglicher wurden, auch Flugzeuge waren mittlerweile mehr als nur waghalsige Todesmaschinen für charmante Draufgänger aus gutem Hause. In den 1930er-Jahren machte zudem der Automobilverkehr große Fortschritte, und für Familien, die mit dem Auto reisten, war Gepäck gefragt, das nicht unbedingt bissfest gegen Krokodile oder säbelfest sein musste.
Koffer mussten also kleiner und günstiger werden. Ein Modell, das auf die Rückbank eines Autos passte, musste längst nicht mehr so robust sein wie zu den „barbarischen“ Zeiten der Dampfschifffahrten in den 1920ern. Während sich die breite Bevölkerung über erschwingliche Koffer freute, brachte der amerikanische Öl-Magnat Erle P. Halliburton den Aluminiumkoffer auf den Markt – ursprünglich, um ihn auf seinen Reisen durch die texanischen Ölfelder zu nutzen. Daraus entwickelte sich später Zero Halliburton, ein Koffermodell, das heute vor allem durch Filmauftritte als Behälter für geheime Akten, Geld oder McGuffins bekannt ist.
4. Rollkoffer
In dieser Zeit wurde das Fliegen nicht nur größer und bedeutender (wofür ich persönlich dankbar bin, sonst müsste ich heute Entschädigungen für Zugverspätungen bearbeiten, was deutlich weniger spannend wäre), sondern auch für immer mehr Menschen erschwinglich. Diese neuen Reisenden brauchten kleinere, leichtere Koffer, die ins Flugzeug passten und sich einfacher per Hand transportieren ließen.
Hier kommt Bernard D. Sadow ins Spiel. Eines Tages stand er am Flughafen, nach einem Familienurlaub auf Aruba, und beobachtete, wie ein Flughafenmitarbeiter schwere Ausrüstung mühelos auf einer Rollpalette bewegte. Er sagte zu seiner Frau, dass so etwas doch auch für Koffer praktisch wäre. Zurück zu Hause montierten sie kurzerhand die Rollen eines Kleiderschranks an einen Koffer – und voilà! 1960 reichte er das Patent für „Rolling Luggage“ ein, 1962 wurde es genehmigt. Und wenn Sie in den letzten drei Jahren eine billige Plastikkofferrolle abgebrochen haben, dann wissen Sie, was aus dieser Idee geworden ist.
Übrigens gab es auch vorher bereits Patente für Koffer und Truhen mit Rollen. Aber diese Konzepte setzten sich nie durch – einfach, weil es damals noch keinen Bedarf für komfortables Reisen per Flugzeug gab.
5. Smarte Koffer
Da Fluggesellschaften verzweifelt versuchen, für alles außer dem Sitzplatz Zusatzgebühren zu verlangen, werden die Handgepäckbestimmungen immer strenger. Deshalb gibt es Gepäckstücke heute klar unterteilt in „Handgepäck“ und „Aufgabegepäck“. Moderne Koffer bestehen meist aus Polymerwerkstoffen wie Nylon, haben Reißverschlüsse statt Schnallen und sind mit Griffen und Rollen für den einfachen Transport ausgestattet.
Aber das ist noch nicht alles. Da heute alles irgendwie mit dem Internet verbunden sein muss, sind smarte Koffer längst Realität geworden. Sie verfügen über eingebaute Akkus, Bluetooth (z. B. für smarte Schlösser), integrierte Waagen, Gehäuse aus Hightech-Materialien und vieles mehr. Nur kommen Sie bitte nicht zu uns, wenn Sie wegen eines Softwarefehlers plötzlich nicht mehr an Ihr Gepäck herankommen!
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