Nach der Buchung eines Flugtickets wird im Reservierungssystem ein spezieller Datensatz angelegt – die PNR. Dabei handelt es sich nicht um das Ticket selbst, sondern eher um eine Art „Reisekarte“ für Passagiere, in der alle relevanten Informationen gespeichert sind: Name, Reiseroute, Kontaktdaten und sogar Sonderwünsche. Doch was genau ist die PNR, wozu wird sie benötigt und warum ist sie in der modernen Luftfahrt unverzichtbar?
PNR (Passenger Name Record) ist ein digitaler Buchungseintrag, der alle wichtigen Informationen zur Reise einer oder mehrerer gemeinsam gebuchter Personen enthält. Das Konzept des PNR wurde ursprünglich von Fluggesellschaften eingeführt, die Buchungsdaten austauschen mussten, wenn ein Passagier für seine Reise Flüge mehrerer Airlines benötigte – ein Vorgang, der als Interlining bezeichnet wird. Zu diesem Zweck haben die IATA und die ATA Standards für den Austausch von PNR-Daten und anderen Informationen entwickelt.
Ihre Flug verlief nicht wie geplant?
Bei Flugverspätung, Annullierung und Überbuchung kann Passagieren eine Entschädigung zustehen.
Also, wann braucht man eigentlich eine PNR?
Die meisten von uns merken gar nicht, dass sie bereits eine PNR verwendet haben. Sie gehen auf die Website der Fluggesellschaft, um Ihre Buchung zu überprüfen oder die Bordkarte auszudrucken – genau das ist Ihre PNR. Eine sechsstellige Kombination aus Buchstaben und Zahlen, mit der die Airline alle Reisedetails findet und Ihnen anzeigt.
Manchmal wird die PNR auch für andere Dinge benötigt, zum Beispiel, wenn Sie Ihren Flug ändern, ein Ticket stornieren oder eine Entschädigung beantragen möchten, falls es zu einer Verspätung kommt. Es gibt aber auch Situationen, in denen Sie sie überhaupt nicht brauchen. Zum Beispiel, wenn Sie bereits Ihre mobile Bordkarte haben und der Flug reibungslos verläuft. Dann läuft alles im Hintergrund ab und Sie fliegen, ohne groß darüber nachzudenken, wie das Buchungssystem eigentlich funktioniert.
Wo finden Sie Ihren PNR-Code?
Der PNR-Code ist in der Regel in Ihrer Buchungsbestätigung enthalten. Sie erhalten ihn normalerweise per E-Mail nach der Buchung, und er steht auch auf Ihrem E-Ticket oder Ihrer Bordkarte. Er kann als „Record Locator“, „Buchungsnummer“, „Reservierungscode“ oder einfach „PNR“ bezeichnet sein. Passagiere verwenden ihn, um Flugdaten aufzurufen oder online bei der Fluggesellschaft einzuchecken.

Wenn bei einer Reise mehrere Fluggesellschaften beteiligt sind, kann es sein, dass jede Airline einen eigenen PNR-Code vergibt. Das ist völlig normal. Jede Fluggesellschaft stellt einen separaten Code für den von ihr durchgeführten Teil der Reise aus, deshalb ist es sinnvoll, alle Codes aufzubewahren, falls Sie separat einchecken müssen.
Was enthält eine PNR normalerweise?

Sie haben bei der Flugbuchung wahrscheinlich schon einmal einen PNR-Code gesehen, aber was steckt eigentlich dahinter? Es handelt sich nicht einfach nur um eine zufällige Buchstabenkombination. Der Code ist mit einer Datei im System der Fluggesellschaft verknüpft, in der alle wichtigen Informationen zu Ihrer Reise gespeichert sind. Das kann darin enthalten sein:
Immer enthalten:
- Vollständiger Name bzw. vollständige Namen der Passagiere – alle, die unter derselben Buchung reisen
- Flugdaten – z. B. Datum, Uhrzeit, Abflug- und Ankunftsflughafen
- Buchungscode (PNR) – die eindeutige Kennung, meist aus sechs Buchstaben oder Zahlen
- Ticket- und Buchungsstatus – zum Beispiel, ob das Ticket ausgestellt oder bestätigt wurde
Manchmal enthalten (je nach Buchung):
- Kontaktdaten – Telefonnummer oder E-Mail des Passagiers oder Reisebüros (teilweise erforderlich)
- Zahlungsmethode – wie bezahlt wurde, Ticketstatus, ggf. mit maskierten Kartendaten
- Zusatzwünsche (SSR) – etwa Sitzplatzwahl, Essenswünsche oder Hilfe am Flughafen
- Gepäckinformationen – Anzahl der Gepäckstücke oder Art (Handgepäck oder aufgegebenes Gepäck)
- Vielfliegernummer – und ggf. Status im Treueprogramm, falls hinterlegt
- Buchungszeitpunkt und Systemkennung – für das Personal oder zur internen Verwendung
- Änderungsprotokoll – zeigt, wer wann Änderungen vorgenommen hat
Ein Teil dieser Informationen ist für Passagiere nicht sichtbar, kann jedoch von Fluggesellschaften, Reisebüros oder Grenzbehörden bei Bedarf eingesehen werden.
Ihre Flug verlief nicht wie geplant?
Bei Flugverspätung, Annullierung und Überbuchung kann Passagieren eine Entschädigung zustehen.
Welche Risiken bestehen, wenn jemand meinen PNR-Code bekommt?
Ein PNR ist mehr als nur eine Zeichenkombination. Er ermöglicht den Zugriff auf Ihre Reisedaten im System der Fluggesellschaft, er funktioniert wie ein Schlüssel. Wenn jemand diesen Code und Ihren Nachnamen kennt, kann er auf das System zugreifen und Details zu Ihrer Reise einsehen, einschließlich Flugdaten, Ticketnummern, Kontaktdaten und sogar Sonderwünsche. In bestimmten Fällen kann die Buchung auch geändert oder storniert werden.

Besonders problematisch wird es, wenn der PNR Zahlungsinformationen oder eine Vielfliegernummer enthält. Auch wenn Kartendaten in der Regel ausgeblendet sind, könnte eine unbefugte Person den Zugriff nutzen, um z. B. Benachrichtigungen umzuleiten, die E-Mail-Adresse zu ändern oder eine gefälschte Rückerstattung zu beantragen.
Deshalb ist es wichtig, keine Screenshots mit dem Buchungscode öffentlich zu teilen, etwa in sozialen Netzwerken oder Stories. Auch ein Foto Ihrer Bordkarte kann riskant sein, wenn der PNR-Code sichtbar ist. Es ist sicherer, diese Informationen vor dem Teilen unkenntlich zu machen oder abzudecken.
Der PNR allein genügt in der Regel nicht für den Zugriff auf die Buchung, die meisten Fluggesellschaften verlangen zusätzlich den Nachnamen des Passagiers. Ist dieser jedoch leicht zu erraten oder im selben Foto zu sehen, bietet auch diese Sicherheitsmaßnahme kaum Schutz. Daher ist es besser, sowohl den Code als auch persönliche Daten gemeinsam zu verbergen.
Wie wird eine PNR erstellt und wo wird sie gespeichert?
Eine PNR (Passenger Name Record) wird erstellt, sobald ein Flug gebucht wird. Sie wird benötigt, bevor ein Ticket ausgestellt werden kann, und auch, um den Buchungsvorgang überhaupt fortzusetzen. Ohne PNR ist es nicht möglich, einen Flug zu buchen, zu bezahlen oder einzuchecken. In der Regel durchläuft eine PNR dabei mehrere grundlegende Schritte.
Erstellung: Eine PNR wird erzeugt, sobald ein Passagier seine Daten über einen Reiseveranstalter, eine OTA (Online Travel Agency) oder ein OBT (Online Booking Tool) eingibt oder auch direkt über die Website der Fluggesellschaft.
Speicherung: Wird die Buchung über ein Reisebüro abgewickelt, wird die PNR in einem GDS (Global Distribution System) wie Amadeus, Sabre oder Galileo gespeichert. Bei einer Direktbuchung wird die PNR im System der jeweiligen Fluggesellschaft abgelegt.

Die eigentliche Reservierung wird im CRS (Central Reservation System) der Fluggesellschaft verarbeitet, an das die Buchungsdaten übermittelt werden. Manche Airlines nutzen eigene CRS-Lösungen, während viele auf externe Systeme zurückgreifen. Große GDS-Anbieter bieten zum Beispiel Altea von Amadeus oder SabreSonic von Sabre an.
- PNR-Code – Die Buchungsnummer, mit der Ihre Reservierung eindeutig identifiziert wird.
- Passagierdaten – Persönliche Angaben, Kontaktdaten und Reisepläne.
- GDS (Global Distribution System) – Plattformen, die Reisebüros technisch mit Fluggesellschaften verbinden.
- CRS (Central Reservation System) – Backend-System, mit dem Airlines Buchungen verwalten.
- OTA (Online Travel Agency) – Online-Reisebüros wie Booking.com oder Expedia.
- OBT (Online Booking Tool) – Wird häufig von Unternehmen zur Buchung von Geschäftsreisen genutzt.
Ihre Flug verlief nicht wie geplant?
Bei Flugverspätung, Annullierung und Überbuchung kann Passagieren eine Entschädigung zustehen.
Warum die PNR wichtig ist
Auch wenn Sie sie nie manuell eingeben, die PNR begleitet Ihre gesamte Reise im Hintergrund, vom Buchen bis zum Boarding. Sie hilft Fluggesellschaften dabei, den Reiseablauf zu vereinfachen, Vorlieben zu speichern und Systeme zu verknüpfen. Doch mit dieser Bequemlichkeit geht auch Verantwortung einher. Behandeln Sie Ihre PNR wie andere vertrauliche Informationen, sie enthält sensible Daten und sollte daher nicht öffentlich geteilt werden.
Man muss kein Luftfahrt-Experte sein, um zu verstehen, wie eine PNR funktioniert. Dieses Wissen ist für alle Reisenden von Vorteil. Wenn Sie wissen, was im Hintergrund passiert, sobald Sie auf „Jetzt buchen“ klicken, reisen Sie nicht nur bewusster, sondern reduzieren auch mögliche Risiken. Am Ende steckt Ihre gesamte Reise in nur sechs Zeichen.
