Jede reisende Person sollte sich der zunehmenden Betrugsversuche über soziale Medien bewusst sein. Auf verschiedenen Plattformen, insbesondere auf X, häufen sich Berichte frustrierter Nutzerinnen und Nutzer, die sich darüber beklagen, dass Betrüger bekannte Fluggesellschaften imitieren.
Die Täter haben es perfektioniert, arglose Personen hereinzulegen, indem sie so viele persönliche Informationen wie möglich abfragen, was ihnen den Betrug erleichtert. Laut der Verbraucherschutzorganisation “Which?” geben sich die Betrüger dabei als Mitarbeitende im Kundenservice großer Fluggesellschaften aus.
Fallen Sie nicht auf diese Masche herein – wir zeigen Ihnen, wie diese Betrugsversuche ablaufen und warum man leichter darauf hereinfällt, als man denkt.
Ihre Flug verlief nicht wie geplant? Bei Flugverspätung, Annullierung und Überbuchung kann Passagieren eine Entschädigung zustehen.
Täuschung durch gefälschte Kundenservice-Konten
Betrüger wissen genau, wie sie mithilfe automatisierter Software Menschen gezielt täuschen können. Mit sogenannten Bots durchsuchen sie die Online-Kommunikation von Fluggästen, indem sie sich in Airline-Kanäle einklinken und Betroffene über gefälschte Konten kontaktieren.
Diese Methode ist so raffiniert umgesetzt, dass verdächtige Details oft nicht sofort auffallen. So antworten die Betrüger etwa auf Anfragen zur Entschädigung bei EasyJet oder auf Fragen zu Buchungen und sonstigen Services.
So arbeiten die Betrüger auf X
Ein besonders aufschlussreicher Fall wurde von einem Verbraucherforscher gemeldet: Er wandte sich über den offiziellen X-Account @wizzair an Wizz Air, um Informationen zu einer Flugverspätung zu erhalten. Überraschend war, dass er gleich zwei nahezu identische Antworten von verdächtigen Konten bekam.
Beide Antworten waren sprachlich gleich formuliert, entschuldigten sich für die Unannehmlichkeiten und erklärten, dass der Fall an die zuständige Stelle weitergeleitet werde. Zudem forderte der angebliche Kundenservice über eine Direktnachricht auf X die Angabe einer WhatsApp-Nummer für „schnelle Hilfe“.
Weitere betroffene Airlines
Und das ist kein Einzelfall: Auf X sind zahlreiche gefälschte Profile im Umlauf, die sich als Kundenservice britischer Fluggesellschaften ausgeben, darunter Jet2, British Airways, Wizz Air, Virgin Atlantic, easyJet, TUI und Ryanair.
Taktiken zur Datenerbeutung: woran Sie Betrug erkennen
Ein Trick, den viele Betrüger besonders gut beherrschen, ist ihre Reaktionsgeschwindigkeit: Sie antworten oft schneller als der echte Kundenservice der Fluggesellschaft. Wenn Sie zum Beispiel eine Entschädigung für einen annullierten Flug beantragen, erhalten Sie möglicherweise sofort eine Antwort, was es schwieriger macht, echte und gefälschte Konten zu unterscheiden. Hier sind weitere Taktiken, die von Betrügern häufig verwendet werden:
- Sie fordern Sie auf, Ihre Telefonnummer sowie weitere persönliche Daten wie Bankverbindung, Flugnummer oder Buchungsreferenz zu senden.
- Sie schicken Ihnen einen direkten Link, auf den Sie klicken sollen. Dieser führt zu Phishing-Seiten, über die Ihre Kartendaten abgegriffen werden können.
- Sie behaupten, dass Ihnen eine Rückerstattung zusteht, etwa eine Entschädigung für einen Wizz-Air-Flug, und verlangen eine geringe Gebühr, um den Prozess zu beschleunigen. In manchen Fällen fordern sie Sie auch auf, eine Zahlungs-App herunterzuladen, um die angebliche Transaktion abzuschließen. Seien Sie wachsam und lassen Sie sich auf solche Angebote nicht ein.
- Eine weitere Masche besteht darin, Sie zu überzeugen, für eine X-Verifizierung zu bezahlen, um angeblich Ihre Echtheit zu bestätigen.
Ihre Flug verlief nicht wie geplant? Bei Flugverspätung, Annullierung und Überbuchung kann Passagieren eine Entschädigung zustehen.
Gibt es Maßnahmen zur Lösung des Problems?
Versuche, solche betrügerischen Aktivitäten zu melden, scheinen bislang wenig Wirkung zu zeigen. Leider sind viele Konten, die sich als Fluggesellschaften ausgeben, weiterhin aktiv und wurden bisher nicht gesperrt oder gekennzeichnet.
X erklärt zwar, dass gefälschte Accounts wegen Verstoßes gegen die Unternehmensrichtlinien gesperrt worden seien, doch in der Praxis ist das nicht immer der Fall. Auch von den betroffenen Fluggesellschaften gibt es bislang keine eindeutige Stellungnahme dazu, ob diese Angaben stimmen und ob es konkrete Maßnahmen zum Schutz der Kundinnen und Kunden gibt. Die Unternehmen betonen jedoch, dass sie an Lösungen arbeiten, um solche Vorfälle künftig zu minimieren.
Wenn Ihr Flug beeinträchtigt wurde, geben Sie keine personenbezogenen Daten in DMs von „Support“-Accounts auf X preis. Reichen Sie Ihre Anfrage nur über die Website der Fluggesellschaft oder einen vertrauenswürdigen Dienst ein – das ist der sichere Weg, um nach EU-Regeln eine Entschädigung zu beantragen. Wenn Sie berechtigt sind, können Sie bei Verspätungen, Annullierungen oder Überbuchung eine Entschädigung erhalten – starten Sie sicher auf der Skycop-Seite und stellen Sie jetzt Ihren Antrag.
